GEHEN SIE NICHT DEN BEQUEMEN WEG

Patentrezepte können teuer sein für Ihr Unternehmen

Gehen Sie nicht den bequemen Weg

Patentrezepte können teuer sein für Ihr Unternehmen

Schön plattgedrückt ist das Gras zu Ihren Füßen, während das Gras links und rechts vom Pfad noch kniehoch wuchert. Keine Dornbüsche mehr, die an Ihren Hosen zerren, diese wurden mit scharfer Klinge aus dem Weggeräumt. Klar, auf solch ausgetretenen Wegen kommen Sie gut voran. Aber: Kommen Sie auch dorthin wohin Sie wollen?

Ist der so bequem wirkende Pfad, den Sie mit Ihrem Unternehmen einschlagen, welchen Sie mit Ihrer Abteilung gehen wollen, wirklich der Weg zu Ihrem Ziel?

Ich habe viele Unternehmen erforscht, die zuvor unsinnig lange Wege gegangen waren, nie ihr Ziel erreichten, weil die Verantwortlichen auf ausgetretenen Pfaden unterwegs waren. Solche teuren Umwege können Sie sich ersparen …

 

Patentrezepte: Wie aus dem Lehrbuch

Ausgetretene Pfade, der Weg über Patentrezepte, ist verlockend. Denn Patentrezepte versprechen, dass andere das Rezept mit Erfolg ausprobiert haben. Und was dort zum Ziel führte, führt auch bei Ihnen zum Ziel.

Ein mittelständischer Produktionsbetrieb, der mich geholt hatte, damit ich das Unternehmen erforsche, stand unter Druck. Seine Produkte verkauften sich nicht mehr, die Konkurrenz war stärker geworden, der Markt globaler. Das Unternehmen versuchte also eine strategische Neuausrichtung. Ganz klassisch Top-down.

Sie hielten sich an alle Standards des Projekt Managements, PMO wie aus dem Lehrbuch. Oben wurde gedacht, geplant, alles versucht, um vorauszudenken und das Risiko zu minimieren. Projektteams wurden initiiert. Effizienzlücken identifiziert. Abläufe gestrafft. Eine Fortschrittskontrolle eingeführt. Die Mitarbeiterbeteiligung wurde in die Wege geleitet. Alles wunderbar. Aber es funktionierte nicht. Die Zahlen wurden nicht besser – die Gesichter der Unternehmensleitung wurden immer länger und die Mitarbeiter immer unmotivierter.

 

Sie drehen sich um sich selbst

Die Mitarbeiter, so erfuhr ich in meinen Interviews, waren ja durchaus bereit, einen Wandel mitzugehen, denn den Unternehmenserfolg sahen sie auch als ihren Erfolg.

Aber durch das Vorgehen nach Schema F waren sie so sehr mit dem Wandel beschäftigt, so ihr Eindruck, dass sie zu ihren eigentlichen Angelegenheiten kaum noch kamen. Vor allem hatten sie das Gefühl, dass die Maßnahmen an den eigentlichen Problemen, mit denen sie tagtäglich konfrontiert wurden, vorbeigingen.

„Es ist ja schön, dass wir etwas Neues machen, der Laden soll ja laufen! Doch jetzt müssen wir uns mit dem ganzen Projektmanagement intern beschäftigen. Wir drehen uns nur noch um uns selbst, aber lösen unsere Probleme nicht!“

Die Mitarbeiter sahen den Weg, den die Geschäftsleitung über Patentrezepte gehen wollte, um das Unternehmen voranzubringen, ganz anders. Während das Management sich von den etablierten Maßnahmen Kontrolle über die Veränderungsprozesse versprach, sahen die Mitarbeiter darin nur eine unproduktive Selbstbeschäftigung.

Veränderung ist kein Projekt, Sie müssen individuell in Ihrem Unternehmen die Wege identifizieren, die zu gehen sind – und hier mit allen Beteiligten zu einer Einigkeit kommen, damit auch alle in die gleiche Richtung unterwegs sind.

 

Der Weg des Wandels

Das war das Ergebnis meiner Forschungsreise in dieses Unternehmen: Das eigentliche Problem des sinkenden Stern des Unternehmens war, dass die Kunden aus dem Blickfeld geraten waren, der Kunden wünschten andere Produkte.

Die Mitarbeiter hatten dieses Problem gesehen, aber durch die Umwege, die ihnen die Geschäftsleitung mit dem Projektmanagement aufhalste, konnte das Problem nicht in den Fokus genommen und gelöste werden.

Der Fokus auf interne Abläufe hatte verhindert, dass die Mitarbeiter, die nahe am Kunden sind, die nahe an den ganz individuellen Bedürfnissen der Kunden sind, die die Produkte erfüllen sollen, gehört werden.

Der Fokus des Wandels war in diesem Unternehmen falsch gesetzt worden, weil er nicht am individuellen Problem ausgerichtet war.

Die klassische Orientierung an Patentrezepten hatte bei den Verantwortlichen einen blinden Fleck erzeugt, der dafür sorgte, dass sich das Unternehmen nur noch um sich selbst drehte. Das Unternehmen war zu sehr mit sich selbst beschäftigt – und zu wenig mit den Bedürfnissen der Kunden.

Bei einem Fokus auf das individuelle Problem des Unternehmens, wäre das Weg des Wandels ein anderes gewesen. Und das Unternehmen hätte sich teure Umwege erspart.

Ihr Andreas Wecker

 

PS: Wenn Sie in Ihrem Unternehmen den Eindruck haben, dass Sie auf dem falschen Weg unterwegs sind, dann freue mich auf Ihre Nachricht. Haben Sie bereits meinen Forschungsbericht gelesen, als ich in einem Unternehmen unterwegs war, dass einen Mangel an Innovationskraft als großes Problem ansah?